Am Gründonnerstag um 18:00 Uhr ist Gottesdienst mit besonderer Betonung des Hl. Abendmahls. Danach kann jeder am Agape-Mahl in der Unterkirche teilnehmen. Dazu bringe man bitte etwas zum Abendbrot mit, das mit anderen geteilt werden kann. Nach dem Essen folgen wir der Bitte Jesu, die er in dieser Nacht am Ölberg an seine Jünger richtete: "Wachet und betet mit mir". So werden wir von ca. 20:00-22:00 Uhr noch eine Gebetszeit in der Kapelle haben, gemäß einer "Liturgie zur Ölbergnacht". Jeder Beter, der dabei ist, stärkt die anderen.
Auf den Tod folgt die Auferstehung, auf das Fasten die Fülle, auf die Buße die Freude.
Deshalb setzen wir in der Osterzeit einen ganz neuen Akzent. Er heißt: "Christus, Licht der Welt."
So werden wir es in der Osternacht hören, wenn die Osterkerze in die dunkle Kirche hineingetragen wird. Wir feiern die Osternacht in altkirchlicher und ökumenischer Tradition um 22:00 Uhr mit den Höhepunkten der Lichtfeier, der Tauffeier, der Wortfeier und der Abendmahlsfeier. Da die Osternacht nach biblischer Zählung um 18 Uhr, also bei Sonnenuntergang, beginnt, ist die Feier zu nächtlicher Stunde legitim. Seit alter Zeit ist die Osternacht der beliebteste Tauftermin für Erwachsene. Dabei können wir beim Mitsprechen des Taufbundes und beim Berühren des Wassers unserer eigenen Taufe gedenken. Es ist guter Brauch, sich beim gegenseitigen Entzünden des Osterlichtes zu grüßen: "Der Herr ist auferstanden!" und mit der Bekräftigung "Er ist wahrhaftig auferstanden!" zu antworten. Schön, wenn viele aus der Gemeinde nachher auf die neu getauften Geschwister zugehen und ihnen ein Zeichen unserer Liebe geben. Man kann dann nach dem Gottesdienst auch noch etwas zusammensitzen und Taufe und Ostern feiern. Diesen Höhepunkt im Kirchenjahr sollte sich niemand entgehen lassen.
Zur Vorbereitung können Sie sich zu Hause oder in Gruppen, z.B. beim Bibel-Gesprächsabend eine eigene Osterkerze gestalten und sie zur Osternacht mitbringen, wo sie vom großen Osterlicht her angezündet wird. Diese Osterkerze kann dann zu Hause immer wieder leuchten und uns und jeden Gast daran erinnern: Christus ist das Licht der Welt!
In die fröhliche Osterzeit fällt Himmelfahrt. An diesem Tag findet um 10:00 Uhr ein besonderer Gottesdienst statt. Danach starten viele Gemeindemitglieder zur traditionellen Fahrradtour mit gemeinsamen Picknick.
So prägt uns der Oster-Festkreis immer wieder neu ein: Der Weg mit Christus führt nicht an Buße und Tod vorbei, aber mündet ein in die Fülle und Freude himmlischen Lebens.
Der Oster-Festkreis beginnt am Aschermittwoch und endet mit dem Pfingstfest. Mitte und Höhepunkt sind die drei heiligen Tage Karfreitag, Ostersonnabend und Ostersonntag. Die Passionszeit bis Karfreitag hat naturgemäß einen ernsteren Charakter als die mit Ostern beginnende fröhliche Osterzeit.
In der Passionszeit hängt am Altar ein violettes Antependium, in der Osterzeit ein weißes. Vor Ostern fallen Halleluja und Gloria weg, dann erklingen sie wieder voll Freude. Dennoch gehören beide Teile des Osterfestkreises, die 50 Tage vor Ostern und die 50 Tage nach Ostern, untrennbar zusammen. Der leidende Christus, dem wir in der Passionszeit nachgehen, ist gleichzeitig der Auferstandene, den wir zu Ostern feiern und der uns den Heiligen Geist sendet, wie wir es zu Pfingsten in Erinnerung rufen.
Die Passionszeit ist seit alters her Fastenzeit (mit Ausnahme der ersten vier Sonntage). Diese vierzigtägige Fastenzeit nimmt das Motiv der Wüstenwanderung Israels auf, bevor es in das gelobte Land kam - aber auch die vierzigtägige Fastenzeit Jesu in Vorbereitung auf seinen Dienst.
In jeder Motivation lehrt uns das Fasten, dass die Dinge der Erde vergänglich sind, dass vieles ein entbehrlicher Luxus ist und dass das letzte Ziel Gottes mit uns - sein ewiges Reich - nicht an Kreuz und Entbehrungen vorbei zu erreichen ist.
So ist denn der eigentliche Aspekt des Fastens nicht die Nützlichkeit, indem wir schlanker werden usw., sondern unsere eigene geistliche Charakterbildung und Konzentration auf das Wesentliche.
Folgende Fastenmöglichkeiten sind erprobt und denkbar:
Reduzierung des Essens, insbesondere Süßigkeiten
Verzicht auf Alkohol
Verzicht auf Rauchen
Verzicht auf Fernsehen
Verzicht auf Vergnügungen (außer Geburtstagen)
weniger Autofahrten
Verzicht auf bunte Illustrierte
Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten zu fasten. Das finde jeder für sich selbst heraus und probiere es an einem Punkt.
An einem Punkt!
Keiner sollte sich alles auf einmal vornehmen. Es reicht ein Fastenziel, um sich selbst zu beweisen, dass man da nicht abhängig ist.
Wem "7 Wochen ohne" aufs erste zu lang sind, der nehme sich das Fasten wenigstens für die Karwoche vor, mindestens aber zu Karfreitag und Ostersonnabend, wo wir als Christen auf alle Vergnügungen verzichten sollten.
Im übrigen können alle diese Verzichtsleistungen durch eine positive Seite ergänzt werden: eingespartes Geld kann für eine gute Sache gespendet werden, statt Fernsehen ein geistliches Buch lesen, statt Vergnügungen ein paar notwendige Besuche machen. Das alles sollte man bewusst tun, um zu merken, dass einem durch das Fasten ja nichts verloren geht, sondern Neues geschenkt wird.
Die Passionszeit ist seit alter Zeit auch Bußzeit.
Das bedeutet aber nicht, mit hängenden Ohren und traurigem Gesicht herumzulaufen, sondern sich ganz konkret zu überlegen, wo ich bei Gott und Menschen um Verzeihung zu bitten habe.
Um die Dinge bei Gott in Ordnung zu bringen, gibt es die (persönliche) Beichte. Sie ist für jeden Christen gedacht, der Schuld loswerden will, nicht nur für Katholiken (Luther ging jede Woche zur Beichte!).
Niemand geht gern zur Beichte, keiner gesteht gern eigene Schuld ein. Aber hinterher ist es wie beim Zahnarzt: man ist froh, dass man den Druck los ist. Wir brauchen uns auch nicht vor dem Seelsorger zu schämen. Er ist auch nur ein Sünder und muss selbst zur Beichte. Im Augenblick der Lossprechung aber handelt er im Auftrag Jesu: "Wem ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben!"
Jede Beichte ist eine Freude für Christus, sieht er dann doch, dass er sein Leben nicht umsonst für uns gegeben hat. Und mit ihm freut sich der ganze Himmel, denn "es ist Freude bei den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut."
Deshalb bieten wir in der Passionszeit Beichtmöglichkeiten an.
Für die Vorbereitung auf die Beichte schreibt man sich am besten alles auf, was man sagen möchte.