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Die Orgel
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Unsere neue Orgel

Orgelweihe in Nikolai

Gott der Freude, Du hast dem Menschen in der Musik ein wunderbares Geschenk gegeben. Der Klang dieser Orgel wecke in uns die Freude, daß wir Deine Kinder sind. Der Klang dieser Orgel erinnere uns daran, daß Dein Wort Frohe Botschaft ist. Der Klang dieser Orgel stärke in uns die Hoffnung auf die unvergängliche Freude. Amen (aus der Liturgie der Orgelweihe)



die neue Orgel
die neue Orgel
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Daß unsere Nikolaikirche eine neue Altarorgel erhielt, ist für eine Kirche keine ungewöhnliche Meldung - aber dahinter verbirgt sich mehr. Denn diese Orgel ist gleichzeitig alt und neu, wird bezahlt und ist doch ein Geschenk. Die Trinitatiskirchengemeinde in Essen mußte ihr Instrument abgeben, Orgelbaumeister Joachim Kreienbrink (Osnabrück) erklärte sich bereit, an der Neugestaltung zu arbeiten. Erst im Spätherbst vor einem Jahr kristallisierte sich ein Weg für die Gewinnung der Altarorgel aus Altbau, Umbau, Erweiterung zu einem Neubau. Die Leitung der Nikolaikirchgemeinde fragte sich: können wir auf die Spendenfreudigkeit vieler Menschen setzen, um die Finanzierung zu stemmen? Am 4. Februar entschied der Gemeindekirchenrat in Potsdam. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 100.000 Euro. Ungedeckt waren zunächst rund 30 Prozent. Verschiedene Szenarien zur Geldgewinnung wurden genannt. Geschäftsführer Joachim Uhlig hatte im Vorfeld viele Gespräche geführt und erläuterte in einer Videopräsentation das Vorhaben. Die Entscheidung fiel einstimmig für die neue Altarorgel. Zwei Wochen später entschied Essen über die kostenlose Überlassung der Orgel für die Potsdamer. Am Abend nach der Sitzung schickte unser Essener Partner, Pfarrer Stender, die Meldung über das Einverständnis des dortigen Gemeinderates als eilig handgeschriebenes Fax nach Potsdam. Das Gemeindeblatt von St. Nikolai, dessen Herstellung Anja Kriebel noch angehalten hatte, kam mit dem vorbereiteten Artikel in Druck.

Die bange Frage, ob die Orgel bis zur Eröffnung der Bachtage erklingen würde, verschwand dann angesichts der exakten Planung in Osnabrück und Potsdam. In der Nacht vor der Orgelweihe hatte es letzte Einsätze am Instrument gegeben. Der Firmenchef war auch für alles Eventuelle mit seiner Arbeitstasche während der Einweihung vor Ort.
Am 4. September konnte dann ein ganzer Orgeltag gefeiert werden: Festgottesdienst, Orgelführung, Festkonzert und nächtliche Klangträume stellten das Instrument in seiner Vielfarbigkeit und -seitigkeit vor. Der Weihegottesdienst begann mit unbegleitetem Gemeindegesang und der liturgische Einweihung durch die Pfarrerin. Nun erklang Johann Sebastian Bachs Toccata d-Moll. Mein Freund István Ruppert, Professor für Orgelspiel in Budapest, war der Gastsolist. Viele Danklieder erschollen nun, und den ganzen Tag konnten Gemeinde, Gäste, Chor, Kammerakademie und die Organisten die Klänge der neuen und alten Pfeifen genießen. Erstmals seit der Kriegszerstörung der Kirche erklingt nun wieder ein konzertfähiges Instrument in St. Nikolai.
In Grußworten würdigten Ministerpräsident Platzeck, Vertreter der Stadt und der Kirchengemeinde die Wichtigkeit des Instrumentes zur Wiedergewinnung des Klangreichtums unserer Kirche.
Es ist wirklich geschafft worden. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Kirchengemeinden in Essen und Potsdam, das vielfältige Engagement der Orgelbaumanufaktur Kreienbrink mit allen Mitarbeitern, der Einsatz von Joachim Uhlig und unserer Gemeindeleitung und die Spendenfreudigkeit vieler Menschen ermöglichten ein Werk, das uns beglückt. Inzwischen fehlen zu den Kosten von 135.000 Euro für Bechstein-Flügel und Altarorgel noch 11.000 Euro. Das wird doch zu schaffen sein?!
Björn O. Wiede






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