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Typisch Nikolai
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Im Kirchenraum

Besucher fragen immer wieder, ob diese Kirche wirklich evangelisch ist, weil sie hier Dinge sehen, die sie vielfach nicht gewohnt sind.

Brennende Kerze

Während der Öffnungszeiten brennt eine Kerze im Altarraum. Diese Kerze symbolisiert Christus als "Licht der Welt", anwesend auch in diesem Gotteshaus.

Lichterbank und Gebetskapelle

Die Lichterbank und Gebetskapelle laden ein zum persönlichen Gebet. Zettel mit Gebetsanliegen können auch in den daneben stehenden Kasten geworfen werden. Sie werden von einer Gebetsgruppe der Gemeinde vor Gott gebracht. Dankgebete können in der Kapelle daneben angepinnt werden.

Hl. Apostel und Evangelisten

Die Hl. Apostel und Evangelisten im Altarraum wurden schon vom Erbauer dieser ev. Kirche, K.-F. Schinkel, mit "S." und Heiligenschein versehen. Sie alle und die ihnen nachfolgenden Heiligen der Kirchengeschichte sind uns als Glaubenszeugen und Vorbilder in St. Nikolai sehr wichtig.



Im Gottesdienst

Heiliges Abendmahl

In jedem Sonntags-Gottesdienst wird das Hl. Abendmahl (Eucharistie) gefeiert. Wir verstehen das Hl. Abendmahl nicht als etwas Besonderes für besondere Gelegenheiten, sondern als die ständige Mahlgemeinschaft, die Christus mit uns Sündern haben möchte. Die Urgemeinde feierte das "Brotbrechen" täglich (Apg. 2,42).

  • Beim Abendmahl wirken Liturg, Lektor und drei Diakone mit. "Diakone" nennen wir die Gemeindeglieder, die das Abendmahl mit austeilen, entsprechend dem altchristlichen liturgischen "Dienst am Altar".
  • Das Mahl wird in Form der "Wandelkommunion" gefeiert. Die Gemeinde geht nach links oben, um das heilige Brot zu empfangen, dann hinter dem Altar unter den Augen der Apostel entlang zur Weinseite. Dadurch gibt es auch bei großer Abendmahlsbeteiligung einen einfachen und zügigen Kommunionsverlauf. Diese Form entspricht dem Verständnis des zweiten Mosebuches und des Hebräerbriefes vom "wandernden Gottesvolk", das unterwegs vom Himmel aus gespeist wird.
  • Von den drei Abendmahlskelchen ist der an der Wandseite gereichte mit Traubensaft gefüllt. Damit nehmen wir Rücksicht auf alle Glaubensgeschwister, die Alkohol nicht vertragen oder nicht wollen. Gehbehinderte Gemeindeglieder können das Mahl sitzend auf der ersten Bankreihe der Kanzelseite empfangen.
  • Nach den Einsetzungsworten spricht oder singt die Gemeinde das Christuslob, indem sie auf die Worte des Liturgen "Geheimnis des Glaubens" antwortet mit "Deinen Tod, o Herr, verkündigen wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit." (EG 189)
  • Zugelassen zum Hl. Abendmahl sind alle Glieder einer christlichen Kirche. Kinder werden gesegnet. Das Brot-Teilen mit den Kindern liegt in der Verantwortung der Eltern.

Liturgische Kleidung

  • In der Regel trägt der Liturg über dem schwarzen Talar die Stola in den Kirchenjahresfarben. Die Stola ist seit altchristlichen Zeiten das Amtszeichen für den Liturgen, der die Verantwortung beim Hl. Abendmahl (und anderen Sakramenten) trägt.
  • Die Diakone tragen bei besonderen Gottesdiensten, in der Regel dann, wenn sie alleine für die Austeilung des Abendmahls zuständig sind, das Skapulier, einen kragenartigen Umhang in Kirchenjahresfarben, der deutlich macht, dass sie im "Dienst am Altar" sind.
  • Zu den christlichen Hochfesten und zur Thomasmesse tragen Pfarrer und Diakone die Albe (weißen Talar) mit Stola bzw. Skapulier. Dadurch sollen die christlichen Feste als Freudenfeste vom übrigen Gottesdienst-Alltag abgehoben werden. Luther hat diese Kleidung nie abgeschafft, und in den meisten lutherischen Kirchen der Welt ist sie gebräuchlich. Der schwarze Talar wurde erst 1815 in Preußen offiziell eingeführt.

Gebets- und Segnungsangebote

Einmal im Monat, in der Regel am zweiten Sonntag, haben die Gottesdienstbesucher die Möglichkeit, von ganz persönlichen Gebetsangeboten Gebrauch zu machen. Während des Abendmahls stehen vor dem Altar der Liturg und ein kompetentes Gemeindeglied bereit für folgende Gebetsdienste:

  • Fürbitte in persönlichen Angelegenheiten für alle, die eine Last vor Gott ablegen wollen.
  • Krankensalbung nach Jak. 5,14 für alle, die schwerere Gesundheitsprobleme haben. Dabei wird ein Öl-Flakon benutzt.
  • Segnungsdienst für alle, die für besondere oder neue Aufgaben und Lebenswege den Segen Gottes persönlich erbitten.

Herausgehobene Gottesdienste

Neben den üblichen evangelischen Gottesdienstsymbolen zu den kirchlichen Festen, sind für St. Nikolai noch typisch:

  • Der Asche-Ritus zum Sonntag Invokavit als Beginn der Fastenzeit. Asche-Gefäße werden im Zusammenhang des Bußteiles am Gottesdienstbeginn durch die Reihen gegeben und, wer will, kann sich oder seinen Nachbarn das Aschekreuz auf die Stirn zeichnen mit der Bedeutung "Von Asche bist du genommen, und zu Asche sollst du wieder werden. Aber Jesus Christus (das Kreuz) will dich erlösen von deinen Sünden und dir ewiges Leben schenken."
  • Palmsonntag beginnt der Gottesdienst mit einer Palmenprozession. Die liturgischen Dienste und eine Kindergruppe ziehen mit dem Taizé-Kreuz und Palmenzweigen bei dem Lied EG 314 in die Kirche ein.
  • Karfreitag wird der Gottesdienst um 15 Uhr, zur Sterbestunde Jesu, gefeiert. Ein großes Holzkreuz mit der Dornenkrone wird hereingetragen. Nach dem Evangelium werden die Kerzen auf dem Altar gelöscht, Kerzen und Glocken verstummen. Abendmahlsfeier erfolgt in einfacher Form.
  • Die Feier der Hl. Osternacht. Sie beginnt am Ostersonnabend um 22 Uhr, denn nach biblischer Zählung war die Auferstehung Jesu zwischen Ostersonnabend 18 Uhr und Ostersonntag 6 Uhr. Die Osternacht gliedert sich in die Lichtfeier, die Tauffeier, die Wortfeier und die Abendmahlsfeier. Sie ist ein besonders geprägter Gottesdienst.
  • Die Thomasmesse wird drei- bis viermal im Jahr gefeiert. Dieser Gottesdienst ist neben weißer liturgischer Gewandung und den schon genannten Gebetsmöglichkeiten geprägt von einer persönlichen Buß-Liturgie, persönlichen Gebeten der Gemeinde für die Fürbitten und einer Musikgruppe mit modernen Lobpreisliedern und Taizé-Gesängen. Der Gottesdienst stammt in seiner Grundform aus Finnland und hat seinen Namen nach dem "ungläubigen" Thomas. Er will die modernen Zweifler einladen, Christus näher zu kommen. In einem großen Einzug wird das Taizé-Kreuz hereingetragen zum Zeichen, dass Christus unter uns ist. Das Heraustragen des Kreuzes will deutlich machen, dass Christus uns in den Alltag vorangeht.


Weitere Angebote

Grundkurse des Glaubens

Grundkurse des Glaubenswerden dreimal jährlich für je zehn Abende angeboten. Sie sind besonders offen für Menschen, die bisher nur wenig oder nichts vom christlichen Glauben wussten, die sich für christliche Glaubens- und Lebensinhalte oder für Kirchengeschichte interessieren oder auf die Taufe (Konfirmation) vorbereiten wollen.

Beichte

In der siebenwöchigen Passions- oder Fastenzeit vor Ostern gibt es wöchentliche Beichtangebote. Hinzu kommt die Beichtmöglichkeit nach dem ökumenischen Kreuzweg und nach dem Karfreitagsgottesdienst.

In der übrigen Kirchenjahreszeit können Seelsorge und Beichtgespräche mit unserer Pfarrerin Weichenhan, vereinbart werden. Sie hat regelmäßig Sprechstunde im Pfarrbüro, jeweils donnerstags von 14:00 - 17:30 Uhr.

Die Beichte ist nicht, wie irrtümlich behauptet, nur ein katholischer Brauch. Sie ist auch in der evangelischen Kirche nie abgeschafft, sondern nur weithin vergessen worden. Wer beichtet, fühlt sich besser und weiß "die Sache ist für mich erledigt, auch im Himmel." Denn Christus sagt zur Kirche: "Was du auf Erden löst, das ist auch im Himmel gelöst" (Mt. 16,19).






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